Jürgen H. ist einer der prominentesten Betrüger unserer Zeit: In der Biographie eines deutschen Popmusikproduzenten steht ein eigenes Kapitel über ihn. Die besten Kreise hat er um Millionen erleichtert. Davon lebte er in Saus und Braus – zuerst in Hamburg, später in Südafrika - obwohl er selbst aus kleinen Verhältnissen kam, als Kind unter Epilepsie gelitten und eine Sonderschule besucht hatte.

Alles begann Anfang der 90er Jahre, als er eine Frau aus gehobenen Verhältnissen kennen lernte, die er mit materiellem und sozialem Erfolg beeindrucken wollte. Er selbst, so sagt er, habe sich für eine Null gehalten. Die Welt, nach der er strebte, war die der oberen Zehntausend. Die Harmonie, von der er träumte, hatte er Fernsehserien wie den „Waltons“ abgeschaut.

Der Film verdankt ihm einen der absurdesten Momente - wenn Jürgen H. davon erzählt, wie er einen berühmten Manager dazu brachte, ihm einen Mondflug für mehrere Millionen DM zu finanzieren. Und einen der abgründigsten – wenn er berichtet, wie er anfing seine eigenen Lügengeschichten zu glauben.

Seine innere Rechtfertigung sah er für sich darin, dass er der „Vollstrecker des Gierkapitels“ seiner Kunden gewesen sei, eine moralische, strafende Instanz.