Aufgewachsen in der Nähe von Bitterfeld, begann seine kriminelle Karriere mit einer Höllenfahrt durch Spezialkinderheime der DDR, deren traurigen Höhepunkt die Jugendstrafanstalt Torgau darstellte. Nach der Wende fand auf ihn Erwachsenenstrafrecht Anwendung und die Abstände zwischen den Gefängnis-Aufenthalten wurden immer kürzer.

In den spärlichen Momenten der Freiheit erfand er neue Identitäten, um sich für die Eigene „zu rechtfertigen.“ Diese selbst geschaffenen Märchenwelten entwickelten eine erstaunliche Eigendynamik. So reichten, wie er selbst erzählt, Kleinigkeiten, um seine Phantasie anzustacheln. Mitunter genügte die klingende Firmen-bezeichnung auf einem LKW. Und schon war Torsten S. Geschäftsführer der Firma – und benahm sich auch so.

Mit keinem Pfennig in der Tasche hat er sich als Diplomat und persönlicher Freund Joschka Fischers ausgegeben. Gern ging er luxuriös einkaufen, das meiste davon hat er wieder hergeschenkt. Nachdem er für die Darstellung des erfundenen Diplomaten eine weitere Haftstrafe verbüßt hatte, begab er sich in einen kleinen Ort in Mecklenburg-Vorpommern und organisierte als amerikanischer Major eine Nato-Sicherheitskonferenz. Innerhalb weniger Stunden stellte er eine ganze Stadt auf den Kopf, vom Hotel, über das Krankenhaus, Einrichtungs- und Autohäuser bis hin zum Bürgermeister - so glaubhaft, dass ihn die örtliche Polizei entkommen ließ.